Kritik an Beauty-Bloggerinnen: Kebekus, Schleichwerbung und Abmahnungen
Wir kennen sie ja alle. Deutschlands Blogger/-innen vom Beauty-Dienst. Wir kennen sie, wie man einen Werbeprospekt aus dem Treppenhaus kennt, der einem immer mal wieder über die Füße flattert.
Ob Bibi mit ihrem BibisBeautyPalace und 4,5 Millionen YouTube-Abonnent/-innen. Oder Julienco mit 3,1 Mio. Abonnent/-innen. Auch ViktoriaSarina dürfte euch vielleicht mit 959.000 Abonnent/-innen ein Begriff sein.
Hinzu kommen zunehmend Schwarze Beauty-YouTuberinnen wie Irene Asamoah mit rund 33.000 Abonnent/-innen. [1]
Fakt ist: Deutschlands Beauty-Blogger/-innen sind schrill. Und sie verdienen oft viel Geld.
Je mehr Follower, desto mehr Geld. Wer über drei Millionen Abonnenten hat, der soll pro Einblendung eines Produktes schon mal 5000 bis 10.000 Euro kassieren können.
Dass es so mancher Blogger mit Schleichwerbung aber nicht so ernst nimmt, das lässt sich beim Blick in die Clips der Beauty-Stars leicht sehen.
Mal wird dezent Kelloggs vor die Kamera geschoben, dann Evian Mineralwasser. Doch Achtung: Ab sofort kann sowas teuer werden. Denn Schleichwerbung oder nicht gekennzeichnete Produktplatzierungen sind auch in YouTube-Filmen oder auf Instagram verboten.
Schleichwerbung oder Produktplatzierungen sind verboten
Wie man richtig Werbung im Netz kennzeichnet, dazu hat erst kürzlich die „Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten“ (DLM) mit einem Werbeleitfaden für Soziale Medien auf YouTube oder Instagram reagiert.
Wer Werbung nicht kennzeichnet, riskiert Ärger von mehreren Seiten:
- Die Landesmedienanstalten können Verstöße beanstanden und Bußgelder verhängen.
- Mitbewerber und ihre Anwälte können abmahnen.
- Auch Wettbewerbsverbände wie der „Verband Sozialer Wettbewerb“ (VSW) mahnen ab; ihr Vorgehen gegen Influencerinnen und Influencer ist umstritten.
Manche Kanzleien werben inzwischen gezielt um Abgemahnte. Klar bleibt aber: Nicht gekennzeichnete Werbung, Produktplatzierung oder Schleichwerbung ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz unzulässig.
Der Grund ist durchaus verständlich: Man möchte Irreführung von Nutzern vermeiden. Alleine die durch YouTube eingespielte Werbung kann dickes Geld bringen. 20.000 Euro im Monat sind da möglich. Manchmal mehr. [2] Gutes Aussehen hilft auf der Jagd nach Video-Klicks, der Voraussetzung für Werbeumsätze, ungemein. Und Witz natürlich auch.
„Inhaltsleere Dinge“
Jetzt keilte aber Komiker-Star Carolin Kebekus kräftig gegen die Szene aus. Kebekus hatte schon mal mit ihrem Song “ „Nix drin“ | PussyTerrorTV“ eine Parodie auf Bibi gemacht.
In einem Interview mit der Sonntagszeitung „Welt am Sonntag“ monierte Kebekus: [3ff]
Die Beauty-YouTube-Stars seien häufig hohl und würden nicht viel außer heiße Luft rund um Schönheit bieten:
„Ich finde, man kann all diesen Beauty-YouTube-Mädels ihre apolitische Haltung vorwerfen.“
Dies sei deshalb umso schlimmer, als dass sie teilweise bis zu fünf Millionen Follower/-innen hätten.
„Die erfolgreichsten Kanäle sind jene, die sich mit völlig inhaltsleeren Dingen beschäftigen. Da geht es um nichts anderes als: Schuhe, Frisuren-Tipps und wie man möglichst wenig am Tag isst.“
Einzelnachweise
[1] „15 schwarze Beauty-Bloggerinnen aus Deutschland, die Du kennen musst„, von Anna Dushime, in: buzzfeed.com vom 16. Juni 2016. Abgerufen am 14. Juli 2017.
[2] „Das verdienen die deutschen YouTube Stars mit Werbung„, von Noelle Heider am 13. Juli 2017. Abgerufen am 14. Juli 2017.
[3] „Nur Frisuren im Kopf“ Carolin Kebekus kritisiert Beauty-Videos“, von Florian, in: tubenow.de vom 9. Juli 2017. Abgerufen am 14. Juli 2017.
„Abmahnwelle: Schleichwerbung bei YouTube und Instagram gerät ins Visier„, yon André Westphal in: hardwareluxx.de vom 23. Juni 2017. Abgerufen am 14. Juli 2017.