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Stiftung Warentest: Zahnpasta ohne Fluorid „mangelhaft“ – BfR nennt Höchstgehalt 1.500 ppm

Die Stiftung Warentest bewertet Zahnpasten ohne Fluorid beim Kariesschutz mit „mangelhaft“; das BfR nennt 1.500 ppm als Höchstgehalt. Was der Test und die Behörde einordnen. Stand: 25. Oktober 2026

Zahnbürste mit blau-weißem Zahnpastagel vor blauem Hintergrund
Zahnbürste mit Zahnpastagel vor blauem Hintergrund – Symbolbild, das Foto zeigt kein bestimmtes Produkt. Foto: George Becker / Pexels, Lizenz; Bearbeitung: Zuschnitt durch die Redaktion.

Das BfR beziffert den erlaubten Fluoridhöchstgehalt in Zahnpasta auf 0,15 Prozent, die Stiftung Warentest ordnet Kariesschutz und Weißmacher-Versprechen ein. Stand: 25. Oktober 2026

Ist Fluorid in Zahnpasta schädlich? Dieser Frage geht die Stiftung Warentest in einem Beitrag vom 21. Oktober 2026 nach. Ihr Fazit: In den in Deutschland üblichen Mengen ist Fluorid nach Angaben der Stiftung nicht schädlich, Pasten ohne Fluorid bewertet sie beim Kariesschutz mit „mangelhaft“.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nennt die rechtliche Obergrenze und Hinweise für Kinder.
Dieser Beitrag fasst die frei zugänglichen Angaben zusammen; die Einzelnoten der Produkte liegen hinter der Bezahlschranke der Stiftung und werden hier nicht wiedergegeben.

Was die Grenze von 1.500 ppm bedeutet

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung liegt die höchste zulässige Konzentration in Zahnpasta bei 1.500 ppm (parts per million, also Teile pro Million) Fluorid, das sind 0,15 Prozent. Geregelt ist das laut BfR in der EU-Kosmetikverordnung (Verordnung (EG) Nr. 1223/2009). Die meisten marktüblichen Zahnpasten enthalten demnach 1.000 bis 1.450 ppm, meist als Natriumfluorid oder Natriummonofluorphosphat.

Angabe Fluoridgehalt
Höchste zulässige Konzentration in Zahnpasta 1.500 ppm (0,15 %)
Marktübliche Zahnpasten für Erwachsene 1.000 bis 1.450 ppm
Zahnpasten für Kinder etwa 500 ppm (0,05 %)
Empfehlung der Fachgesellschaften von 2021 ab dem ersten Zahn 1.000 ppm, reiskorngroße Menge

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Fragen und Antworten zu Fluorid, Seitenstand 17. März 2026, abgerufen am 25. Oktober 2026.

Was die Stiftung Warentest einordnet

Fluorid ist nach Darstellung der Stiftung Warentest der wichtigste Wirkstoff gegen Karies; nach aktueller Studienlage gebe es keinen vergleichbar wirksamen Ersatz. Zahnpasten ohne Fluorid bewertet der Test daher mit „mangelhaft“. Zahnpasta werde ausgespuckt und trage deshalb kaum zur Gesamtaufnahme bei. Bei sachgemäßer Anwendung bestehe auch bei gelegentlichem Verschlucken kein Überdosierungsrisiko. Die Stiftung weist außerdem darauf hin, dass Fluor (ein giftiges Gas) nicht mit Fluorid, der stabilen Salzform, gleichzusetzen ist.

Zu Berichten über einen möglichen Zusammenhang mit niedrigerem Intelligenzquotienten bei Kindern schreibt die Stiftung: Beobachtungsstudien aus Mexiko, Iran und Kanada sähen einen solchen Zusammenhang bei sehr hoher Fluoridzufuhr. Sie hält diese Studien jedoch für nicht beweiskräftig, weil Ernährung und sozioökonomischer Status unzureichend berücksichtigt worden seien und die Bedingungen in Deutschland anders lägen. Für Erwachsene rät die Stiftung, die gesetzlich erlaubte Höchstmenge möglichst auszuschöpfen, weil der Kariesschutz mit der Menge steige, und nach dem Putzen auszuspucken.

Kinder: Fluorose und Dosierung

Laut BfR kann eine chronisch zu hohe Fluoridzufuhr vor dem Zahndurchbruch eine Dentalfluorose auslösen, das sind weißliche Flecken auf dem Zahnschmelz, in schweren Fällen Verfärbungen. Die Anfälligkeit endet demnach etwa mit dem achten Lebensjahr. Das BfR verweist auf Handlungsempfehlungen deutscher zahnärztlicher und kinderärztlicher Fachgesellschaften von 2021 und rät, die Menge genau zu dosieren, weil Kleinkinder Zahnpasta oft nicht vollständig ausspucken.

Auch die Stiftung Warentest nennt das Fluoroserisiko: Wenn mehrere Quellen zusammenkommen, etwa fluoridiertes Speisesalz, Fluoridtabletten, Zahnpasta und fluoridreiches Trinkwasser, könne die Aufnahme zu hoch werden. Die Flecken blieben meist folgenlos.

Weißmacher-Versprechen im Test

Die Zahnpasta-Datenbank der Stiftung Warentest umfasst nach deren Angaben 69 Zahnpasten; zuletzt kamen 19 Pasten für empfindliche Zähne hinzu. Die Preise reichen von etwa 55 Cent bis über 15 Euro pro Tube, einzelne der günstigsten Pasten gehören laut Stiftung zu den besten. Zu Aufhellungsversprechen schreibt sie: Der Effekt beruhe überwiegend darauf, Oberflächenverfärbungen zu entfernen, was auch manche günstigere Universalpasta zuverlässig leiste. Pasten mit Aktivkohle reinigten nicht besser als übliche Schleifmittel wie Silica. Manche Aufhellungs- und Universalpasten enthielten den Farbstoff Blue Covarine, der Zähne nur vorübergehend weniger gelb erscheinen lasse.

Das solltest du wissen

Die Bewertungen stammen von der Stiftung Warentest und beziehen sich auf deren Prüfumfang; die Produktnoten sind kostenpflichtig und hier nicht wiedergegeben. Eine Kaufempfehlung ist das ausdrücklich nicht. Der Fluoridgehalt steht auf der Packung, wenn du ihn vergleichen willst. Wie viel Zahnpasta für Kleinkinder passt, besprichst du am besten mit der Zahnarzt- oder Kinderarztpraxis.

Quellen

  1. Stiftung Warentest: Fluorid: Ist Fluorid in Zahncreme schädlich? (veröffentlicht am 21. Oktober 2026, nur frei zugänglicher Teil), abgerufen am 25. Oktober 2026.
  2. Stiftung Warentest: Zahnpasta im Test (Datenbank, zuletzt aktualisiert im Oktober 2026, nur frei zugänglicher Teil), abgerufen am 25. Oktober 2026.
  3. Bundesinstitut für Risikobewertung: Fluorid – ein wichtiger Baustoff für die Zähne (Seitenstand 17. März 2026), abgerufen am 25. Oktober 2026.
  4. Europäisches Parlament und Rat: Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel, abgerufen am 25. Oktober 2026.

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