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Sonnenschutz im Herbst und Winter: Laut BfS ab UV-Index 3 nötig, 54,2 Prozent nutzen keinen

Das BfS nennt UV-Index 3 als Schwelle für Sonnenschutz. Laut IKW-Umfrage nutzen 54,2 Prozent im Herbst und Winter keinen. Was auf dem Etikett steht und worauf es ankommt.

Schneebedeckte Berge im rosafarbenen Licht der aufgehenden Sonne unter bewölktem Himmel
Verschneite Berge im Licht der Morgensonne – Symbolbild. Foto: eberhard grossgasteiger / Pexels, Lizenz; Bearbeitung: Zuschnitt durch die Redaktion.

Stand: 26. Oktober 2026. Das Bundesamt für Strahlenschutz knüpft Sonnenschutz an einen Messwert statt an die Jahreszeit, und eine Branchenumfrage zeigt, wie selten das im Herbst beachtet wird.

Mit dem Ende der Sommerzeit am 25. Oktober 2026 beginnt die dunkle Jahreszeit, und die Sonnencreme wandert bei vielen zurück in den Schrank.
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Deutschland richtet seine Empfehlung jedoch nicht nach dem Kalender, sondern nach dem UV-Index (ultraviolett-Index): Nach Angaben des Amts ist ab einem UV-Index von 3 Schutz vor UV-Strahlung erforderlich.
Eine vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) beauftragte Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass 54,2 Prozent der 18- bis 74-Jährigen in Deutschland im Herbst und Winter keinen Sonnenschutz verwenden.
Dieser Ratgeber ordnet beide Quellen ein und erklärt, was auf dem Etikett steht.

Was der UV-Index aussagt

Der UV-Index ist die Größe, an die das BfS seine Empfehlung knüpft. Die Werte beginnen bei 1 und reichen bis 11 oder höher. Nach Angaben des BfS wird Sonnenschutz bereits ab einem Wert von 3 empfohlen.

Zwei Punkte aus der BfS-Erklärung sind für die kalte Jahreszeit wichtig. Der Index hängt demnach nicht von der Temperatur ab, und auch bei kühlem Wetter kann UV-Strahlung zu Sonnenbrand führen. Er hängt vor allem vom Sonnenstand ab, der sich mit Tageszeit, Jahreszeit und geografischer Breite ändert; Wolken oder reflektierende Oberflächen beeinflussen die Stärke zusätzlich.

Konkrete Winterwerte für Deutschland nennt die BfS-Seite nicht. Wer wissen will, wie hoch die Strahlung gerade ist, kann die Messwerte des UV-Messnetzes abrufen: Das BfS erfasst die UV-Strahlung nach eigenen Angaben an 43 Orten in Deutschland. Der UV-Newsletter des Amts informiert allerdings nur von April bis September über die erwarteten Werte.

Was die IKW-Umfrage zeigt

Der IKW vertritt die Hersteller von Körperpflege- und Waschmitteln. Seine Pressemitteilung vom 20. Januar 2026 stützt sich auf eine Befragung, die das Institut Lönneker & Imdahl rheingold salon im Auftrag des Verbands im November 2025 durchgeführt hat. Befragt wurden Menschen von 18 bis 74 Jahren; die Stichprobengröße nennt die Pressemitteilung nicht. Es handelt sich also um Verbandsangaben, nicht um eine unabhängige Erhebung.

Aussage (Befragte in Deutschland, 18 bis 74 Jahre) Anteil
Verwenden im Herbst und Winter keinen Sonnenschutz 54,2 %
Halten Sonnenschutz im Winter für weniger wichtig als im Sommer 48 %
Verbinden Sonnenschutz nur mit Sommer, Strand oder Schwimmbad 46,8 %
Cremen sich im Winter nur bei längerem Aufenthalt im Freien ein 33,4 %
Tragen bei Aufenthalt im Freien täglich Sonnenschutz auf 17,7 %

Quelle: IKW, Pressemitteilung vom 20. Januar 2026 zur Umfrage von Lönneker & Imdahl rheingold salon (Befragung 11/2025), Abruf am 26. Oktober 2026.

Nach Angaben des IKW hat zudem etwa jede dritte Person unter 29 Jahren die UV-Strahlung im Winter schon einmal unterschätzt und einen Sonnenbrand im Gesicht bekommen. Der Verband betont, UV-Strahlung sei kein reines Sommerthema; besonders bei Schnee oder langem Aufenthalt im Freien sei Schutz wichtig.

Umfrage und Amtsempfehlung messen dabei Verschiedenes: Die Befragung erfasst Gewohnheiten, das BfS nennt einen Schwellenwert. Ob ein Verzicht auf Sonnenschutz an einem bestimmten Herbsttag problematisch ist, lässt sich aus den 54,2 Prozent nicht ablesen, denn die Pressemitteilung weist keine Angaben dazu aus, wie hoch der UV-Index an den jeweiligen Tagen war. Die Zahl zeigt, dass Sonnenschutz in der kalten Jahreszeit für viele kein Thema ist, mehr nicht.

Welcher Lichtschutzfaktor reicht, und was steht auf dem Etikett?

Das BfS nennt eine Reihenfolge: zuerst die Strahlung meiden, dann sich bekleiden, und erst für die danach noch unbedeckte Haut Sonnenschutzmittel verwenden. Den besten Sonnenschutz im Freien erreicht man laut BfS mit Kleidung.

Für Sonnenschutzmittel empfiehlt das Amt einen hohen Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens 30. Ein sehr hoher LSF von 50+ wird demnach bei großer Höhe, Schnee, Wasser und in sonnenreichen Regionen benötigt, außerdem für Kinder, UV-empfindliche Personen und die Hauttypen I und II. Das Nachcremen verlängert die Schutzwirkung laut BfS nicht.

Aus den BfS-Angaben lassen sich drei Fragen für den Alltag ableiten: Wie hoch ist der UV-Index an deinem Ort? Bist du in großer Höhe oder auf Schnee unterwegs? Und welche Hautstellen bleiben trotz Mütze, Schal und Jacke unbedeckt? Nur für die unbedeckten Stellen kommt nach der BfS-Reihenfolge Sonnenschutzmittel ins Spiel.

Auch das Etikett folgt europäischen Vorgaben. Die EU-Kommission hat 2006 mit der Empfehlung 2006/647/EG Schutzkategorien von niedrig bis sehr hoch vorgesehen. Als höchster LSF soll „50+“ angegeben werden, und der UVA-Schutz soll mindestens ein Drittel des LSF betragen, erkennbar am UVA-Logo.

Das solltest du wissen

  • Maßgeblich ist laut BfS der UV-Index und nicht Datum oder Temperatur; ab 3 empfiehlt das Amt Schutz.
  • Für den Winter nennt das BfS auf den geprüften Seiten keine Werte. Die Messwerte der Stationen helfen bei der Einschätzung.
  • Bei Schnee und in großer Höhe verlangt das BfS einen sehr hohen LSF von 50+; Kleidung bleibt die erste Wahl.
  • Die Umfragezahlen stammen vom Herstellerverband IKW. Sie zeigen Gewohnheiten, keine medizinische Notwendigkeit im Einzelfall.
  • Dieser Beitrag ist keine Kaufempfehlung und ersetzt keine dermatologische Beratung, etwa bei sehr empfindlicher Haut.

Quellen

  1. Bundesamt für Strahlenschutz: UV-Schutz kurzgefasst (abgerufen am 26. Oktober 2026)
  2. Bundesamt für Strahlenschutz: UV-INFO, UV-Index (abgerufen am 26. Oktober 2026)
  3. Bundesamt für Strahlenschutz: Sonnenschutz (abgerufen am 26. Oktober 2026)
  4. Bundesamt für Strahlenschutz: UV-Messnetz, aktuelle Messwerte (abgerufen am 26. Oktober 2026)
  5. Bundesamt für Strahlenschutz: UV-Newsletter (Stand der Seite: 4. September 2026)
  6. Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel: Wer braucht schon Sonnenschutz im Winter? Ergebnisse der aktuellen IKW-Umfrage (Pressemitteilung vom 20. Januar 2026)
  7. Europäische Kommission: Empfehlung 2006/647/EG zur Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln auf EUR-Lex

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