Stiftung Warentest: Keine von 12 blonden Haarfarben besser als „befriedigend“, zwei „mangelhaft“
Stiftung Warentest hat zwölf blonde Intensivcolorationen geprüft: Die Gesamtnoten reichen von „befriedigend“ bis „mangelhaft“, nur drei decken graues Haar gut ab. Stand: 24. Oktober 2026
Nur drei der zwölf geprüften Colorationen decken graues Haar gut ab, und alle enthalten nach dem Test umweltkritische Stoffe. Was die Stiftung Warentest veröffentlicht hat und was die Detailnoten noch verraten könnten. Stand: 24. Oktober 2026
Wer von dunklem Haar zu Blond wechseln will, greift im Drogeriemarkt oft zur Intensivcoloration.
Die Stiftung Warentest hat am 23. Oktober 2026 zwölf solcher blonden Haarfarben veröffentlicht.
Das Ergebnis fällt nach Angaben der Stiftung ernüchternd aus: Die Gesamtnoten reichen von „befriedigend“ bis „mangelhaft“, besser als „befriedigend“ ist kein Produkt.
Dieser Beitrag fasst die frei zugänglichen Angaben aus dem Test zusammen. Die Einzelnoten der Produkte liegen hinter der Bezahlschranke der Stiftung und werden hier nicht wiedergegeben.
Was die Stiftung Warentest geprüft hat
Getestet wurden laut Stiftung Warentest zwölf blonde Intensivcolorationen. Das sind permanente Haarfarben, bei denen die Farbe durch eine chemische Reaktion (Oxidation) im Haar entsteht; man spricht deshalb von Oxidationshaarfarben. Die Produkte stammen von Drogerie-, Marken- und Online-Anbietern. Die Packungspreise liegen nach Angaben der Stiftung zwischen etwa 2 und 20 Euro (Preiserhebung im September 2026).
Das Testverfahren beschreibt die Stiftung so: Die Produkte wurden zwischen März und Mai 2026 eingekauft. Je fünf Testpersonen färbten damit, Fachleute bewerteten Färbeergebnis und Haarzustand. Dazu kamen Waschtests an Naturhaarsträhnen nach 11 und nach 22 Haarwäschen. Das Färbeergebnis und der Farberhalt zählten mit je 25 Prozent am stärksten, der Haarzustand mit 20 Prozent.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick
| Merkmal | Ergebnis laut Stiftung Warentest |
|---|---|
| Geprüfte Produkte | 12 blonde Intensivcolorationen |
| Gesamtnoten | „befriedigend“ bis „mangelhaft“, kein Produkt besser |
| Note „mangelhaft“ | 2 Produkte |
| Färben wie auf der Packung versprochen | 1 Produkt |
| Graues Haar gut abgedeckt | 3 Produkte |
| Umweltkritische Stoffe in den Inhaltsstoffen | alle 12 Produkte |
| Packungspreise (September 2026) | etwa 2 bis 20 Euro |
Quelle: Stiftung Warentest, „Blonde Haarfarben im Test“, veröffentlicht am 23. Oktober 2026, abgerufen am 24. Oktober 2026.
Wenn das Blond ausbleibt
Nach dem frei zugänglichen Teil des Testberichts färben zwei der Produkte nicht in den erwarteten Farbton: Eines wird braun, eines rosa-lila-stichig. Nur ein Produkt färbt laut Stiftung so, wie es die Verpackung verspricht. Welche Produkte das sind, steht in der Bezahlfassung, die 4,90 Euro kostet. Der Heftartikel erscheint in der Ausgabe 11/26.
Erstmals Umwelt-Check bei den Inhaltsstoffen
Neu ist laut Stiftung Warentest, dass sie die Inhaltsstoffe erstmals auf umweltkritische Stoffe untersucht hat. Alle zwölf Produkte enthielten solche Stoffe. In die Gesamtnote geht dieser Punkt mit fünf Prozent ein; fällt die Umweltbewertung „ausreichend“ aus, führt das nach der beschriebenen Methodik zu einer Abwertung um eine halbe Note. Welche Stoffe die Stiftung im Einzelnen meint, ist im frei lesbaren Teil nicht aufgeführt.
Allergien: Warum bei Oxidationshaarfarben Vorsicht gilt
Die Stiftung weist darauf hin, dass Oxidationshaarfarben allergische Reaktionen auslösen können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nannte schon 2014 den Stoff p-Phenylendiamin (PPD, ein Farbvorläufer in vielen Oxidationshaarfarben) einen Stoff mit hohem allergenem Potenzial. Das Institut hielt in seiner Stellungnahme Nr. 15/2014 vom 10. Februar 2014 außerdem fest, dass PPD auch bei einem Selbsttest vor dem Färben zu einer Sensibilisierung führen kann, also die Allergie erst auslösen kann. Die Stellungnahme ist mehr als zehn Jahre alt; neuere Angaben des BfR dazu wurden für diesen Beitrag nicht ausgewertet.
Alternativen und Pflege
Als Alternative nennt die Stiftung Naturhaarfarben auf Pflanzenbasis, etwa Henna. Sie können das Haar aber nicht aufhellen, sondern erzeugen Braun- und Rottöne. Reine Blondierungen, also Produkte nur zum Aufhellen, gehörten nicht zum Test. Für gefärbtes Haar empfiehlt die Stiftung Repair-Shampoos und Leave-in-Conditioner; das sind Pflegeprodukte, die im Haar bleiben.
Das solltest du wissen
Der Test bezieht sich auf zwölf bestimmte Produkte mit Einkaufsstand März bis Mai 2026; Rezepturen und Preise können sich seitdem geändert haben. Eine Kaufempfehlung ist das hier ausdrücklich nicht. Wenn du eine der getesteten Haarfarben nutzt oder kaufen willst, findest du die produktgenauen Noten bei der Stiftung Warentest. Gebrauchsanweisung und Warnhinweise auf der Packung gelten unabhängig vom Testergebnis. Bei Hautreaktionen nach dem Färben ist ärztlicher Rat der richtige Weg.
Quellen
- Stiftung Warentest: Blonde Haarfarben im Test: Blond werden? Schwerer als gedacht (veröffentlicht am 23. Oktober 2026, nur frei zugänglicher Teil), abgerufen am 24. Oktober 2026.
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Haarfarben: Selbsttest kann Allergien verursachen (Stellungnahme Nr. 15/2014 vom 10. Februar 2014), abgerufen am 24. Oktober 2026.