dm-Mitarbeiter kaufen Sonderangebote bei Rossmann und Müller
Die Drogeriekette dm ist mit einem seltsamen Vorgang in die Schlagzeilen geraten.
So berichten mehrere Medien wonach dm-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Konkurrenten wie Rossmann oder Müller gingen, um dort nach Schnäppchen Ausschau zu halten. Diese würden dann eingekauft und in den eigenen Filialen weiter verkauft.
Die „dm-drogerie markt GmbH & Co. KG“ ist ein führender Drogeriekonzern, mit Sitz in Karlsruhe (Baden-Württemberg). Ende 2015 betrieb das Unternehmen 3149 Filialen und beschäftigte 52.587 Mitarbeiter, wovon rund 36.000 in Deutschland tätig sind.
Gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) bestätigte dm-Geschäftsführer Christoph Werner, welcher das Ressort „Marketing und Beschaffung“ leitet, die Einkaufspraxis seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Konkurrenten mit den Worten:
„Wir stellen unseren Kolleginnen und Kollegen in den dm-Märkten Informationen zur Verfügung, die es ihnen ermöglichen, die günstigste Einkaufsquelle für ihren Markt zu nutzen“.
Sei dieses eben nicht der Großhandel, sondern die Konkurrenzfiliale an der Ecke, sei das auch in Ordnung.
Und so läuft das Prozedere: Die Zentrale in Karlsruhe oder Regionaldirektionen stellen wöchentlich für ihre Filialen Listen zusammen. Aus ihnen ist ersichtlich, wo es bestimmte Produkte am günstigsten gibt. Diese Listen werden dann als Basis für die Zentraleinkäufe der Filialleiter genutzt.
dm-Filialleiterinnen oder Filialleiter schicken ihre Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter vor allem dann auf Shoppingtour in die Konkurrenzläden, wenn diese Angebote in den Regalen liegen haben, deren Verkaufspreise offensichtlich unter den Einkaufspreisen von dm liegen.
Wie es möglich ist, dass Konkurrenten Produkte erheblich billiger einkaufen können und dem Endkunden präsentieren können, dazu äußerte sich dm-Geschäftsführer Christoph Werner etwas kryptisch:
„Die Preispolitik der Industrie ist uns nicht transparent, wir dürfen aber davon ausgehen, dass die Wettbewerber nicht unter Einstandspreis verkaufen… Daher glauben wir nicht, dass unsere Wettbewerber durch unser Verhalten Nachteile in Kauf nehmen müssen.“
Beim Konkurrenten Rossmann scheint man etwas verschnupft zu sein bei dem Gedanken dass Verkäuferinnen und Verkäufer vom Konkurrenten dm Sonderangebote aufkaufen, um dann die Angebote in der eigenen Drogerie weiter zu verkaufen.
So wird in der WAZ Rossmann-Pressesprecher Stephan-Thomas Klose mit den Worten zitiert: „Wir können das Vorgehen unseres Wettbewerbers dm in der beschriebenen Form bestätigen, wollen es jedoch nicht weiter kommentieren“.