Unilever: Beauty & Wellbeing bereinigt +5,7 Prozent im 3. Quartal, Personal Care +6,3 Prozent
Nach Angaben von Unilever wuchsen Beauty & Wellbeing und Personal Care im dritten Quartal 2026 bereinigt um 5,7 und 6,3 Prozent; für 2027 erwartet das Management einen höheren Preisbeitrag.
Stand: 31. Oktober 2026 – Die beiden Beauty-Sparten kommen im dritten Quartal zusammen auf rund 7,1 Milliarden Euro Umsatz; für das Schlussquartal und 2027 kündigt der Konzern einen höheren Preisbeitrag an.
Unilever hat am 28. Oktober 2026 seine Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt.
In den beiden Sparten, in denen der Konzern Haar-, Haut- und Körperpflege bündelt, stieg der bereinigte Umsatz laut Unternehmen um 5,7 Prozent (Beauty & Wellbeing) und 6,3 Prozent (Personal Care).
Gleichzeitig erwartet das Management für das vierte Quartal und für 2027 einen höheren Preisbeitrag zum Wachstum.
Der Markt in Europa blieb nach Angaben des Unternehmens verhalten.
Die Zahlen im Überblick
Unilever nennt neben dem Umsatz in Euro vor allem das bereinigte Wachstum („Underlying Sales Growth“, kurz USG). Es rechnet Wechselkurs-, Zukaufs- und Verkaufseffekte heraus und teilt sich in einen Mengenanteil („Underlying Volume Growth“, UVG) und einen Preisanteil („Underlying Price Growth“, UPG). Die Veränderung des Euro-Umsatzes enthält diese Effekte dagegen mit.
| Drittes Quartal 2026 | Umsatz (Mio. €) | Veränderung Euro-Umsatz | USG | davon Menge | davon Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| Beauty & Wellbeing | 3.477 | +9,5 % | +5,7 % | +3,6 % | +2,1 % |
| Personal Care | 3.636 | +9,7 % | +6,3 % | +3,8 % | +2,4 % |
| Unilever gesamt | 13.271 | +6,7 % | +5,2 % | +2,9 % | +2,3 % |
Quelle: Unilever, Trading Statement Q3 2026, 28. Oktober 2026; Umsatz in Millionen Euro, Wachstum gegenüber dem Vorjahresquartal.
Über die ersten neun Monate meldet das Unternehmen für Beauty & Wellbeing ein bereinigtes Wachstum von 5,8 Prozent (Menge 4,2, Preis 1,6) bei 9.992 Millionen Euro Umsatz, für Personal Care 5,3 Prozent (Menge 4,0, Preis 1,3) bei 10.459 Millionen Euro. Der Konzern insgesamt kommt auf 4,9 Prozent (Trading Statement).
Was in den Beauty-Sparten wuchs
Nach Angaben von Unilever beschleunigte sich die Haarpflege im dritten Quartal mit zweistelligem Wachstum, vor allem getragen von der verkauften Menge. Die Hautpflege wuchs im mittleren einstelligen Bereich; zu den Prestige-Marken heißt es, K18 sei weiter stark zweistellig gewachsen. Die Sparte Wellbeing ging im Quartal im hohen einstelligen Bereich zurück, seit Jahresbeginn liegt sie bei minus 1,0 Prozent (Trading Statement).
In Personal Care wuchs laut Unternehmen die Marke Dove zweistellig. Hautreinigung legte im hohen einstelligen Bereich zu, Deodorants im mittleren einstelligen Bereich, jeweils mengengetrieben beziehungsweise mit ausgewogenem Menge-Preis-Verhältnis. Mundpflege ging im niedrigen einstelligen Bereich zurück; Zuwächse in Südostasien und Indien standen laut Mitteilung schwachen Märkten in Europa gegenüber. Zu Vaseline nennt die Unilever-Erläuterung zum Quartal ein zweistelliges Wachstum.
Höherer Preisbeitrag angekündigt
Zum Preisanteil schreibt Unilever, das Preiswachstum habe sich im dritten Quartal beschleunigt, weil geplante Preismaßnahmen höhere Rohstoffkosten widerspiegelten („Price growth accelerated in the third quarter as planned pricing reflected higher commodity costs“, Trading Statement).
In der Telefonkonferenz zu den Zahlen sagte der Finanzchef des Konzerns, im vierten Quartal werde mehr Preisbeitrag wirksam als im dritten. Der Vorstandsvorsitzende erklärte, er erwarte für 2027 einen höheren Preisbeitrag als 2026 („We definitely expect pricing in 2027 to be higher than the one of 2026“, Gesprächsprotokoll). Für die Rohstoffinflation nannte der Finanzchef für 2026 rund 900 Millionen Euro und für 2027 eine Spanne von 700 Millionen bis 1 Milliarde Euro.
Wichtig für die Einordnung: Gemeint ist der Preisbeitrag zum Umsatzwachstum des Konzerns weltweit. Welche Preise im deutschen Handel gelten oder künftig gelten werden, geht aus den Unterlagen nicht hervor.
Europa bleibt schwach
Für Europa nennt Unilever im Konzern über alle Geschäftsbereiche hinweg einen Rückgang des bereinigten Umsatzes um 1,7 Prozent. Der Vorstandsvorsitzende bezeichnete die europäischen Märkte in der Konferenz als verhalten und als die Region mit den größten Herausforderungen beim Marktwachstum (Gesprächsprotokoll). Zahlen speziell für Deutschland oder die Beauty-Sparten in Europa enthalten die Unterlagen nicht.
Das solltest du wissen
- Alle Zahlen stammen vom Unternehmen selbst und gelten weltweit; sie sagen nichts über einzelne Produkte oder Preise in deutschen Drogeriemärkten.
- Das bereinigte Wachstum (USG) blendet Währungs- und Portfolioeffekte aus; der Euro-Umsatz enthält sie. Beide Werte sind deshalb nicht direkt vergleichbar.
- Ein höherer „Preisbeitrag“ bedeutet nicht automatisch, dass jedes Produkt teurer wird. Maßgeblich sind die Preise, die Handel und Hersteller im Einzelfall ausweisen.
- Marken sind hier nur genannt, weil das Unternehmen sie in seiner Mitteilung hervorhebt. Eine Kaufempfehlung ist damit nicht verbunden.
Quellen
- Unilever: Trading Statement – Third Quarter 2026, 28. Oktober 2026 (abgerufen am 31. Oktober 2026)
- Unilever: Transkript der Telefonkonferenz zum dritten Quartal 2026 (abgerufen am 31. Oktober 2026)
- Unilever: What’s behind Unilever’s third quarter 2026 results? (abgerufen am 31. Oktober 2026)
- Unilever: Ergebnisse und Termine (abgerufen am 31. Oktober 2026)
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